Ideenwettbewerb Zwickau #6: Die Outtakes

Im letzten Teil unserer Serie stellen wir euch die Outtakes vor. Wir haben noch zwei Ideen, die wir nicht rechtzeitig zum Ideenwettbewerb der Stadt Zwickau einreichen konnten. Vielleicht findet diese Ideen trotzdem jemand interessant.

Los gehts mit einem neuen Mobilitätskonzept (und Leitbild?!?) für die Innenstadt:

Zwickau ist eine Automobilstadt. Falsch! Zwickau war eine Automobilstadt und hat die Chance eine Mobilitätsstadt zu werden.

Nicht das Festhalten an alten Werten kann eine Stadt beleben, sondern neue Ideen und Konzepte. Aufgrund der überschaubaren Größe kann Zwickau, viel leichter als andere Städte neue Mobilitätskonzepte testen, umsetzen und ggf. auch wieder revidieren. Dabei kommt es vor allem darauf an Menschen aller Alters-, Bevölkerungs-, Einkommens- und Interessengruppen zu berücksichtigen. Das Ziel eines neuen Mobilitätskonzepts ist die Schaffung einer bunten und lebendigen Innenstadt. Die Zutaten dafür sind in erster Linie Menschen, die gern in die Stadt kommen wollen und eine Stadt die Wege bereitstellt um Menschen in die Stadt zu bringen. Das Konzept beinhaltet daher Verkehrsmittel auf der einen Seite und neue Arten der Umsetzung auf der anderen Seite. Konkret soll der richtige Mix aus ÖPNV, Fahrrad- und Autoverkehr geschaffen werden. Gedanklich angefangen in einer Innenstadt, die frei von Autos wird. Am meisten Menschen halten sich in der Innenstadt auf, wenn Stadtfeste, Konzerte, Märkte oder sonstige Veranstaltungen in der Innenstadt stattfinden. Menschen wollen sich auf dem Hauptmarkt und den angrenzenden Straßen frei bewegen, vielleicht auf einer Bank sitzen, im Café die Zeit genießen ohne das ein Motorrad oder Auto direkt an ihnen vorbeidonnert. Daher wird vorgeschlagen den Hauptmarkt sowie die Straßen Hauptstraße, Marienstraße, Peter-Breuer-Straße und Innere Schneeberger Straße, außer für Lieferverkehr, für den motorisierten Verkehr zu sperren. Das Gegenargument: den Geschäften gehen Kunden verloren. Antwort: Erstens kommt nur ein sehr geringer Teil der Kunden mit dem Auto bis direkt vor das Geschäft. Außerdem beinhaltet das Konzept einen Gegenentwurf: In Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben (und ggf. anderen Partnern) könnten Parkplätze außerhalb der Stadt ausgewiesen werden, wie zum Beispiel am Globus, in Pölbitz (ehem. Baumarkt) oder in der Bahnhofsvorstadt auf denen man zu einem geringen Preis (z.B. 2€ pro Tag) parken kann. Gleichzeitig hat dieses Ticket Gültigkeit für die Straßenbahnen und Busse. So würden die potentiellen Kunden einen Weg in die Innenstadt finden und gleichzeitig wäre die Stadt entspannter.

Außerdem ist der Ausbau von Fahrradinfrastruktur ein wesentlicher Bestandteil des neuen Mobilitätskonzeptes. So kann beispielsweise an den genannten Orten für Parkplätze ein Angebot für Leihfahrräder geschaffen werden. Hier könnten zum Beispiel Stadträder mit ausreichend Beladungskapazität für die geplanten Einkäufe ermöglicht werden. Analog zum ÖPNV sollten auch diese Angebote mit dem Parkticket benutzt werden können. Auch kann an Wochenenden ein Rikshaservice für Besucher als Shuttle gestartet werden. Bei Bedarf und Interesse könnte der Rikshaservice auch anderen Gästen zur Verfügung stehen. Zum Beispiel könnte man damit Stadtführungen anbieten oder Menschen aus Altenheimen einen Ausflug in die Stadt ermöglichen etc. Bei Thema Fahrradinfrastruktur ist auch die Schaffung von Mietservices für zum Beispiel Lastenräder oder Anhänger interessant. Das würde mehr Menschen ermöglichen das Fahrrad zum Einkaufen in der Stadt zu nutzen und sorgt damit für Belebung.

Stichwort ÖPNV: an Wochenenden sollte dieser häufiger verkehren um vor allem die weiter entfernten Stadtgebiete besser an die Innenstadt anzubinden. Außerdem sollte der Preis attraktiver werden. Dies könnte man zum Beispiel erreichen in dem die lokalen Geschäfte ermuntert ab einem gewissen Einkaufswert eine Rückerstattung der Tickets des ÖPNV zu ermöglichen.

Zusammengefasst kommen die Menschen entweder gleich mit dem ÖPNV in die Stadt, fahren mit dem Auto zu einem Parkplatz und nutzen von da an den ÖPNV, Fahrradangebote oder laufen in die Stadt. Um diese Wege noch attraktiver zu machen, wird vorgeschlagen einzelne Straßen, zumindest zu besonderen Anlässen, autofrei zu gestalten. So könnten zum Beispiel die Äußere Schneeberger Straße, die Leipziger Straße und die Bahnhofstraße als Fuß- bzw. Radwege genutzt werden während gleichzeitig dort ansässige Geschäfte auch vom aufmerksameren weil langsamen  Durchgangsverkehr profitieren könnten.

Als zweites wollten wir nochmals dem Einzelhandel unter die Arme greifen in dem wir Kunst und Kultur in Geschäften stattfinden lassen:

Zur Belebung der Innenstadt wird vorgeschlagen, Kunst und Kultur in die Geschäfte der Innenstadt zu bringen. Hierzu könnte es eine oder mehrere Wochen geben in denen in verschiedenen Geschäften gleichzeitig Aktionen laufen. Beispielsweise ist vorstellbar, dass im Restaurant eine Kunstaustellung (samt Vernissage) stattfindet. Oder wie wäre es mit einem Konzert in einem Modegeschäft. Genauso könnten künstlerische Arbeiten in Bäckereien, Blumengeschäften oder bei anderen Einzelhändlern stattfinden. Die Spannung sollte entstehen indem Kultur und Handel an ungewöhnlichen Schnittpunkten zusammen kommen…und hey, warum sollte man sich nicht beim Fleischer Streetart aus Zwickau ansehen  oder beim Friseur einheimischen Poeten zu hören wollen?!

Das Konzept würde auf der einen Seite die lokale Künstler bekannter machen und auf der anderen Seite mehr Menschen in die Geschäfte locken.

Ihr habt Feedback zu unseren Ideen oder wollt sie umsetzen? Kein Problem: Kommentare sind erwünscht und die Ideen machen sich in der Praxis viel besser als hier im Web…tut euch keinen Zwang an.

 

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